Dani Röfe Urs Ele Tömi Schmüsel Gut gereift: Jargon aus Interlaken Sie haben sich Zeit zum reifen gelassen: Urs Hofer, Eliane Michel, Dani Ruef und Bruder Rolf gründeten Jargon bereits 1990; Elianes Bruder Thömi und Urs Jenzer komplettierten das Sextett etwas später. Die erste CD „d'Party“ bezeichnet Urs Hofer heute als „Sammlung von Covers und ein paar eigenen Songs.“ Im Herbst 1999 folgte „Con-Takte“, ein Projekt betreuter und nichtbetreuter MusikerInnen und 2004 veröffentlichten Jargon „Verwählt“. Über all die Jahre wuchsen Jargon zu einer verschworenen musikalischen Truppe zusammen. Die Songs entwickelten sich zu kompakten Einheiten, die Live-Auftritte der Band wurden nach und nach zur reifen Performance. 2005 spielten die sechs Interlakner im Vorprogramm von Airbäg bei deren Tourstart – ein Gig, der in die Geschichte von Jargon eingehen sollte. „HP Kohli vom Zytglogge-Verlag war begeistert von dieser Show“, erzählt Urs, „so begeistert, dass er uns eine Zusammenarbeit anbot.“ Als dann auch noch Felix Müller, seines Zeichens Bassist unter anderem bei Gianna Nannini, Toni Vescoli oder Dänu Siegrist, als Produzent gewonnen werden konnte, war für die Band klar: „Wir wollen diese Herausforderung annehmen.“ Die Überzeugung, „das Ding zu packen“ kommt bei Jargon nicht von ungefähr. „Unsere Songs sind heute kompakter, als sie es am Anfang waren“, sagt Urs, „weil wir uns länger mit ihnen auseinander setzen“, ergänzt Thömi. „Wir feilen an Details und geben uns nicht mehr so schnell zufrieden.“ So entsteht ein tighter Mundartrocksound, der zwar eingängig daher kommt, sich aber fernab von gängigen Klischees bewegt. Balladen, funkige Einflüsse oder ein Schuss Reggae heben Jargon von der Masse ab – auch wenns inhaltlich wie so oft nur um das Eine geht: „Was soll ich anders, als über Leben, Lieben und Leiden schreiben“, fragt Thömi und grinst: „Es dreht sich doch alles um diese Themen...“ Ungeniert gibt Urs auch zu, dass jeder einzelne von Jargon „keine Koryphäe auf seinem Fach ist. Aber genau das macht uns aus“, ist er – zu recht – überzeugt. Jargon brillieren nicht durch technische Husarenstücke. Die Einheit, das Auftreten und die Wirkung als Gesamtheit sind die Stärke der Band aus dem Berner Oberland. Und die Bescheidenheit: „Wir haben unser Ziel mit der laufenden Produktion eigentlich schon erreicht. Wir haben wahnsinnig viel gelernt und uns unglaublich weiterentwickelt“, stapelt Thömi tief, und Urs meint: „Wenn unsere Songs am einen oder anderen Radio gespielt werden, sind wir zufrieden. Und wenn wir vielleicht ein paar Konzerte ausserhalb des Berner Oberlands spielen können.“ Davon ist auszugehen. Jargon sind gereift. Und in ihren Adern fliesst schliesslich dasselbe Oberländer Blut, wie in den Adern von Polo Hofer, Hannery Amman, Plüsch oder Scream – um nur einige zu nennen... Ko:L www.trespass.ch           © urs hofer 2012